Wer einmal ein Tagesgeldkonto eröffnet hat, tendiert dazu, dabei zu bleiben – auch wenn der Zins längst nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Dabei ist ein Wechsel einfacher als viele denken und kann bei 10.000 € Guthaben schnell 100–200 € mehr pro Jahr bedeuten.
Wann lohnt sich ein Wechsel?
Diese Signale zeigen, dass es Zeit für einen Wechsel ist:
- Ihr Aktionszins ist ausgelaufen und der Dauerzins liegt deutlich niedriger
- Andere Banken bieten mehr als 0,5 Prozentpunkte mehr Zinsen
- Ihre Bank hat die Zinsen gesenkt, ohne Sie darüber zu informieren
- Es gibt attraktive Neukundenaktionen bei anderen Anbietern
- Sie haben die maximale Einlagensicherungsgrenze von 100.000 € überschritten
Tagesgeld wechseln in 4 Schritten
- Vergleichen: Aktuellen Zins mit den besten Angeboten im Vergleich prüfen. Achten Sie auf Dauerzins, nicht nur Aktionszins.
- Neues Konto eröffnen: Antrag stellen, Legitimation (VideoIdent/eID) durchführen, Freistellungsauftrag einrichten. Das dauert ca. 10 Minuten.
- Geld transferieren: Guthaben vom alten Konto auf das neue überweisen. Tagesgeld ist täglich verfügbar – keine Kündigungsfrist nötig.
- Altes Konto kündigen: Formlose Kündigung per E-Mail oder im Online-Banking. Freistellungsauftrag auf null setzen oder kündigen.
Wichtig: Eröffnen Sie das neue Konto immer vor der Kündigung des alten Kontos. So haben Sie immer ein aktives Referenzkonto und das Geld ist nie ungedeckt.
Aktionszins vs. Dauerzins: Was wirklich zählt
| Zinsart | Typische Dauer | Typische Höhe | Für wen geeignet? |
|---|---|---|---|
| Aktionszins (Neukundenzins) | 3–6 Monate | Oft 0,5–1,5 % über Dauerzins | Wechselbereite Sparer, die rotieren |
| Dauerzins | Unbefristet | Marktüblich (aktuell 1,5–2,5 %) | Alle Sparer als Basisrate |
Worauf Sie beim Wechsel achten müssen
- Neukundenbedingungen: Manche Aktionszinsen gelten nur, wenn Sie noch nie Kunde waren – oder nicht in den letzten 1–2 Jahren.
- Mindestanlage: Einige Angebote setzen einen Mindestbetrag voraus (z. B. 5.000 €).
- Aktionszeitraum: Notieren Sie das Enddatum, damit Sie rechtzeitig wieder vergleichen.
- Freistellungsauftrag: Nach dem Wechsel den Freistellungsauftrag korrekt auf die neue Bank übertragen.
Steuerliche Aspekte beim Wechsel
Beim Wechsel des Tagesgeldkontos entstehen keine steuerlichen Besonderheiten – im Gegensatz zum Verkauf von Wertpapieren gibt es keine Spekulationsfristen oder Veräußerungsgewinne. Die Steuer auf Zinserträge wird jährlich mit der Jahressteuerbescheinigung abgerechnet, unabhängig davon, ob Sie das Konto gewechselt haben.
Tipp zur Strategie: Einige aktive Sparer wechseln alle 3–6 Monate, um stets den besten Aktionszins zu nutzen. Das ist legal und lohnt sich bei Beträgen ab ca. 5.000 €. Führen Sie dazu eine einfache Tabelle mit Ablaufdaten und Konditionen.
Wie oft kann ich das Tagesgeldkonto wechseln?
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So oft Sie möchten – es gibt keine gesetzliche Begrenzung. Allerdings gelten bei jeder Bank individuelle Neukundenbedingungen, die einen erneuten Aktionszins nach kurzer Pause ausschließen können.
Kostet das Wechseln Geld?
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Nein. Tagesgeldkonten sind kostenlos, und Überweisungen zwischen Konten sind in der Regel gratis. Es fallen keine Auflösungsgebühren an.
Muss ich beim Wechsel meinen Freistellungsauftrag anpassen?
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Ja. Vergessen Sie nicht, den Freistellungsauftrag bei der alten Bank auf 0 € zu setzen und bei der neuen Bank neu einzurichten. Andernfalls verschenken Sie möglicherweise Ihren Sparer-Pauschbetrag.
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