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EZB Leitzins 2026: Aktuell 2,00 % – Was bedeutet das für Sparer?

Zuletzt aktualisiert: 06.04.2026 · 3 Min. Lesezeit

Der EZB Leitzins ist der wichtigste Zins im Euroraum und beeinflusst direkt, wie viel Zinsen Sie auf Ihrem Tagesgeldkonto erhalten. Aktuell liegt der maßgebliche Einlagensatz bei 2,00 % – nach einem historischen Zinserhöhungszyklus und anschließenden Senkungen seit 2024.

Die drei EZB-Leitzinssätze im Überblick

Die Europäische Zentralbank setzt nicht einen, sondern drei Leitzinsen fest:

Zinssatz Aktueller Wert Bedeutung
Einlagensatz (Deposit Facility Rate) 2,00 % Zinsen, die Banken für Guthaben bei der EZB erhalten – maßgeblich für Tagesgeld
Hauptrefinanzierungssatz (MRO Rate) 2,15 % Zinsen für Bankkredite von der EZB mit einer Woche Laufzeit
Spitzenrefinanzierungssatz (Marginal Lending)

2,40 % Zinsen für kurzfristige Übernachtkredite von der EZB an Banken

Für Sparer ist der Einlagensatz am relevantesten: Er bestimmt, zu welchem Zinssatz Banken überschüssiges Geld bei der EZB parken – und damit die Untergrenze für attraktive Tagesgeld-Angebote.

Der Zinszyklus 2022–2026

Die EZB hat zwischen Juli 2022 und September 2023 die Zinsen in historisch kurzer Zeit erhöht – als Reaktion auf die hohe Inflation:

Zeitraum Einlagensatz Entwicklung
Juni 2022 -0,50 % Negativzins – Banken zahlten für EZB-Guthaben
Juli 2022 0,00 % Erste Zinserhöhung (+0,50 %)
September 2023 4,00 % Höchststand des Zyklus
Juni 2024 3,75 % Erste Zinssenkung
Ende 2024 3,00 % Weitere Senkungen
Frühjahr 2025 2,50 % Annäherung an neutrales Niveau
2026 (aktuell) 2,00 % Neutrales Zinsniveau erreicht

Wie beeinflusst der Leitzins Tagesgeld-Zinsen?

Es gibt eine direkte, aber keine 1:1-Beziehung zwischen EZB-Einlagensatz und Tagesgeld-Zinsen. Banken bieten typischerweise 50–150 % des Einlagensatzes als Tagesgeldzins an, je nach Wettbewerbsdruck und Refinanzierungsbedarf. Bei einem Einlagensatz von 2,00 % liegt das realistische Spektrum für Tagesgeld bei 1,5–3,4 % p.a.

Wichtig für Sparer: Die besten Direktbanken und Online-Banken bieten oft deutlich mehr als den EZB-Einlagensatz, weil sie im Wettbewerb um Kundeneinlagen stehen. Aktuell sind bis zu 3,40 % p.a. möglich – also 1,4 Prozentpunkte über dem EZB-Satz.

Euribor und sein Einfluss

Der Euribor (Euro Interbank Offered Rate) ist der Zinssatz, zu dem Banken sich gegenseitig kurzfristig Geld leihen. Der 3-Monats-Euribor liegt typischerweise nahe am EZB-Hauptrefinanzierungssatz. Er beeinflusst besonders variable Hypothekenzinsen und Unternehmenskredite.

Wann entscheidet die EZB über Zinsen?

Der EZB-Rat trifft Zinsentscheidungen auf seinen geldpolitischen Sitzungen, die ungefähr alle 6 Wochen stattfinden. Die Termine werden im Voraus auf der EZB-Website veröffentlicht.
Passen Banken Tagesgeld-Zinsen sofort nach EZB-Entscheidungen an?

Meist innerhalb von 1–4 Wochen. Manche Banken passen sofort am Tag der EZB-Entscheidung an, andere warten einige Wochen. Senkungen werden in der Regel schneller weitergegeben als Erhöhungen.
Was ist der neutrale Zinssatz?

Der neutrale Zinssatz ist jener Zinssatz, der weder stimulierend noch restriktiv auf die Wirtschaft wirkt. Die EZB schätzt ihn für den Euroraum auf etwa 1,75–2,25 %. Bei 2,00 % hat die EZB diesen Bereich erreicht.

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Redaktion Tageszinsen.org
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